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SIEBDRUCK SELBER MACHEN
Was ist Siebdruck?
1. Grafik / Filmerstellung
2. Sieb wählen und vorbereiten
3. Beschichtung / Trocknung
4. Siebbelichtung
5. Druckvorbereitung
6. Drucken / Rakeln
7. Fixierung
8. Siebdruckrahmen reinigen
9. Entschichtung
Probleme + Lösungen
Foto-Halbtonraster
Siebdrucktransfer / Transferdruck

9. Entschichtung der Fotoemulsion

Wird das Motiv auf dem Sieb nicht mehr benötigt, kann man die Emulsionsschicht wieder vom Sieb lösen und das Gewebe in den Urzustand versetzen. So wird Platz für die Belichtung eines neuen Motivs geschaffen.

Der Schlüssel für die Entschichtung ist unser hochwirksamer, biologisch abbaubarer ULTRASTRIP-Entschichter. Dieser wird beidseitig auf die Emulsionsschicht aufgesprüht und weicht die ausgehärtete Emulsion wieder so auf, dass sie leicht aus den Gewebemaschen entfernt werden kann.

Siebdruckrahmen mit ULTRASTRIP Entschichter besprühen
Gut verarbeitete Fotoemulsion löst sich fast allein aus dem Gewebe
Siebdruckrahmen mit ULTRASTRIP Entschichter besprühen
Gut verarbeitete Fotoemulsion löst sich fast allein aus dem Gewebe

Bevor der Entschichter beidseitig und reichlich auf das Sieb aufgesprüht wird, sollte sichergestellt sein, dass möglichst alle Farbreste von der Emulsionsoberfläche entfernt wurden. Sollte das Sieb von der vorausgegangenen Reinigung der Farbe noch feucht sein, so spielt dies für die Wirkkraft des versprühten Entschichters keine Rolle. Der Entschichter kann also sowohl auf ein trockenes als auch nasses Sieb aufgetragen werden. Um eine vollständige Benetzung der gesamten Emulsionsoberfläche zu gewährleisten, ist es sinnvoll, den Entschichter mit einem Entschichterschwamm bzw. einer Reinigungsbürste beidseitig einzumassieren. Das benetzte Sieb sollte anschließend 4 - 5 Minuten ruhen. Bereits in dieser Zeit kann man dabei zusehen, wie der Entschichter seine Arbeit verrichtet und die Emulsionsmasse löst.

Mit einem Entschichterschwamm die Kopierschicht aus dem Sieb reiben
Mit einer weichen Reinigungsbürste die Reste der Emulsion auswaschen
Mit einem Entschichterschwamm die Kopierschicht aus dem Sieb reiben
Mit einer weichen Reinigungsbürste die Reste der Emulsion auswaschen

Nach dem Verstreichen der Einwirkzeit müssen die angelösten Emulsionsreste mit Schwamm oder Bürste in kreisenden Bewegungen heraus gerieben werden. Sollten sich Teile der Emulsion hartnäckig im Sieb halten, so kann erneut Entschichter aufgetragen und nachgerieben werden. Anschließend werden die Emulsionsreste mit einem harten Wasserstrahl, im Idealfall mit Wasserhochdruck aus dem Gewebe „geschossen“. Sollte der Wasserdruck des heimischen Duschkopfs dafür nicht genügen, so kann ein Sprühaufsatz aus dem Baumarkt, zum Beispiel der Marke Gardena, mit einem passenden Adapter auf den Schlauch gesetzt werden.

Steht ein Hochdruckreiniger (Kärcher) zur Verfügung, sollte dieser bevorzugt für das Ausschießen der Emulsionsreste genutzt werden. Das ist der effektivste und gewebeschonendste Weg der Entschichtung. Wer über keinen eigenen Hochdruckreiniger verfügt, kann alternativ auf den Hochdruckreiniger an einer Tankstelle zurückgreifen.

Ist das Herausschießen der letzten Reste erfolgt, sollte das Sieb nochmals mit einem weichen Wasserstrahl beidseitig klar gespült werden. So entfernt man auch die letzten, bereits gelösten, aber versprengten Emulsionsreste vom Sieb. Um möglichst professionell zu arbeiten, ist es sinnvoll, das Sieb abschließend gegen Licht zu prüfen.

Emulsion mit einem Hochdruckreiniger ausspülen
Siebdruckrahmen nach der Entschichtung nochmals klar ausspülen
Emulsion mit einem Hochdruckreiniger ausspülen
Siebdruckrahmen nach der Entschichtung nochmals klar ausspülen

Wer seine Siebe sorgsam behandelt, sie nach Vorgabe beschichtet, belichtet, nachbelichtet und wie eben beschrieben entschichtet, kann sie lange im Einsatz halten. Der Be- und Entschichtungszyklus eines Siebes lässt sich etwa 25 bis 30 mal wiederholen, bevor das Sieb erste Ermüdungserscheinungen zeigt.

Achtung: Entschichter darf nicht im Sieb eintrocknen

Die Wirkung des Entschichters kehrt sich um, wenn er im Sieb eintrocknet. Er sorgt dann dafür, dass die Emulsion dauerhaft unentschichtbar wird. Es sollte also unbedingt vermieden werden, den Entschichter aufzusprühen und das Sieb über mehrere Stunden unbehandelt ruhen zu lassen. Die Einwirkzeit von 10 Minuten sollte daher nicht unnötig überschritten werden, bis die Emulsion mit Entschichterschwamm und Wasser behandelt wird.

Troubleshooting

Sollten Reste der Emulsion trotz mehrfach erfolgter Entschichtungsversuche unter Einsatz eines harten Wasserstrahls und Entschichterschwamms hartnäckig auf dem Gewebe verbleiben, so gibt es auch hierfür eine Lösung. Dazu bedient man sich unseres geruchsarmen, biologisch abbaubaren ECO SCREEN WASH Siebreinigers, der ursprünglich für die Entfernung von Plastisolfarben gedacht ist. Der Reiniger wird beidseitig auf die betroffenen Stellen des Siebes aufgetragen. Dort sollte man ihn einige Minuten einwirken lassen. Anschließend wird mit dem Entschichterschwamm oder der Bürste kreisend nachgerieben und das Sieb nochmals mittels Wasserdruck ausgeschossen. Nun sollte es weitgehend frei von Resten sein. Obwohl dieser Reiniger vergleichsweise mild in der Rezeptur ist, greift er dennoch die Emulsion stark an. Beim Umgang mit dem Produkt bitte die Arbeitsschutzanweisungen auf der Flasche beachten.

Das „Wundermittelchen“ ECO SCREEN WASH fungiert übrigens auch hervorragend als Geisterbildentferner. Er entfernt bzw. schwächt eventuell vorhandene Farbschatten im Sieb recht zuverlässig ab. Der Wirkungsgrad hängt dabei in erster Linie von der verwendeten Farbe und deren Eintrocknungsgrad ab. Wird der ECO SCREEN WASH als alternativer Geisterbildentferner genutzt, raten wir zum kombinierten Einsatz mit einem Hochdruckreiniger.

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