Telefon

Beratung und Hilfe +49(0)391 243 58753

Paket

Ab 150€ Versandkostenfrei (DE)

thumbsup

Schnell, zuverlässig, kompetent

Im Warenkorb: einkaufswagen_icon
0.00 €
SIEBDRUCK SELBER MACHEN
Was ist Siebdruck?
1. Grafik / Filmerstellung
2. Sieb wählen und vorbereiten
3. Beschichtung / Trocknung
4. Siebbelichtung
5. Druckvorbereitung
6. Drucken / Rakeln
7. Fixierung
8. Siebdruckrahmen reinigen
9. Entschichtung
Probleme + Lösungen
Foto-Halbtonraster
Siebdrucktransfer / Transferdruck

6. Siebdruckfarbe verdrucken - Richtig fluten und rakeln

Ist die Siebdruckmaschine vorbereitet und korrekt eingerichtet, steht dem Drucken fast nichts mehr im Weg. Lediglich der Sprühkleber bzw. Rollkleber muss nun noch auf die Druckplatte aufgetragen werden. Entscheidet man sich für Sprühkleber, so wird dieser zunächst kräftig geschüttelt und dann mit 20 bis 30 cm Abstand flächig auf die Druckplatte aufgetragen. Alternativ zum Sprühkleber kann umweltfreundlicher Rollkleber verwendet werden. Dieser überzeugt durch sehr hohe Klebekraft. Er wird sparsam auf die Druckplatte aufgetragen und dann noch feucht mit einem Stück Pappe oder einer Karte flächig verteilt. Sowohl der Sprüh- als auch der Rollkleber benötigt eine gewisse Zeit, um anzutrocknen. Ungeduldige können den Trocknungsprozess mit einer Heißluftpistole oder einem Flashtrockner beschleunigen.

Druckplatte mit Sprühkleber besprühen
T-Shirtrohling auf die Druckplatte der Siebdruckmaschine ziehen
Druckplatte mit Sprühkleber besprühen
T-Shirtrohling auf die Druckplatte der Siebdruckmaschine ziehen

Ist die Platte klebrig, kann das Textil direkt aufgezogen werden. Beim Aufziehen sollte darauf geachtet werden, dass das Textil mittig positioniert und die Textilstruktur nicht unnötig verzerrt wird. Ein Abgleich an den Ärmeln des aufgezogenen T-Shirts hilft, das Textil zentrisch auszurichten.

Ist das T-Shirt mittig ausgerichtet, wird die Siebdruckfarbe reichlich über dem Motiv aufgetragen. Sinn macht es, die Farbe im Topf vorher kräftig umzurühren. Pigmente, die sich durch die Lagerung am Boden des Gebindes abgesetzt haben, werden so wieder gleichmäßig in der Farbmasse verteilt. Bevor es nun endlich zum ersten Rakelzug kommt, sollte man prüfen, ob der Arbeitsplatz so eingerichtet ist, dass Werkzeuge, Sprühkleber, Farbe und die Shirt-Rohlinge gut erreichbar sind. Zudem sollte ein sauberer Platz vorbereitet sein, an dem die fertig bedruckten Shirts abgelegt werden können. Kleiner Tipp am Rande: Es ist ratsam auch eine Packung Feuchttücher am Arbeitsplatz stehen zu haben, falls versehentlich Farbe an die Hände gelangt.

T-Shirt auf der Druckplatte mittig ausrichten
Reichlich Siebdruckfarbe am oberen Rand des Siebdruckrahmens auftragen
T-Shirt auf der Druckplatte mittig ausrichten
Reichlich Siebdruckfarbe am oberen Rand des Siebdruckrahmens auftragen

Empfehlung: Plastisol vs. Wasserbasiert

Einsteigern empfehlen wir für die ersten Druckprojekte wasserbasierte Siebdruckfarbe, da diese ohne viel Zubehör verarbeitet und fixiert werden kann. Gleichzeitig kann man damit dennoch qualitativ hochwertige und langlebige Drucke abliefern. Selbst große Player wie Nike oder Addidas drucken heute sehr viel mit wasserbasierten Farben. Plastisolfarben hingegen erfordern in der Praxis ein wenig mehr technisches Zubehör für die Fixierung und müssen etwas aufwendiger gereinigt werden. Sie haben jedoch den unschlagbaren Vorteil, nie im Sieb einzutrocknen und ausgesprochen gut zu decken. Mehr über die Vor- und Nachteile beider Farbsysteme gibt es in unserem Vergleichsvideo.

Motiv des Siebdruckrahmens mit Farbe fluten
Geflutetes Sieb mit wasserbasierter Siebdruckfarbe
Motiv des Siebdruckrahmens mit Farbe fluten
Geflutetes Sieb mit wasserbasierter Siebdruckfarbe

Richtig fluten

Vor dem ersten Rakelzug wird das Sieb „geflutet“. Unter „Fluten“ versteht man, dass das Motiv sanft mit Farbe gefüllt wird. Erst im zweiten Schritt wird die Farbe mit Druck auf das Textil gerakelt.

Beim Fluten positioniert man die Rakel so, dass auf ganzer Länge Farbe vor dem Rakelblatt liegt. Dann hebt man das Sieb mit der linken Hand leicht an, so dass es keinen direkten Kontakt mehr zum Textil hat. Mit der rechten Hand wiederum wird nun die Rakel im rechten Winkel mit moderatem Anpressdruck über das gesamte Motiv gezogen. Das so geflutete Sieb kann nun auf das Textil herabgesenkt werden. Gerade Siebdruckneulingen gelingt das Fluten nicht auf Anhieb. Sie neigen z. B. dazu, das Sieb mehrfach zu fluten. Dabei gelangt allerdings oft zu viel Farbe in die Maschen des Motivs. Auch zu flaches Fluten ist ein häufig auftretender Anfängerfehler. Hierbei wird ungewollt viel Farbe durch das Sieb gequetscht. Mit etwas Übung bekommt man recht schnell ein Gefühl für den Umgang mit der Rakel.

Motiv auf den T-Shirt-Rohling drucken
Nach dem Drucken muss das Sieb wieder geflutet werden
Motiv auf den T-Shirt-Rohling drucken
Nach dem Drucken muss das Sieb wieder geflutet werden

Richtig rakeln

Ist das Sieb ordnungsgemäß geflutet, wird die Rakel mit beiden Händen fest umschlossen und über dem Motiv angesetzt. Dann wird die Rakel mit erhöhtem Druck im 45 - 75° Winkel einmal komplett über das Motiv gezogen. Die zuvor geflutete Farbe wird dadurch durch das Sieb gepresst und somit direkt auf das Textil übertragen. Um sicher zu gehen, dass die Farbe in den Siebmaschen restlos durchgerakelt wurde, kann optional ein zweites Mal nachgerakelt werden. Hingewiesen sei aber darauf, dass immer nur in eine Richtung gerakelt werden darf. Im Idealfall also immer von oben nach unten. Würde man in beide Richtungen rakeln, käme Farbe unter das Sieb und die Folgedrucke würden „vermatschen“.

Wer von Beginn an professionell arbeiten möchte, gewöhnt sich an, das Sieb direkt nach dem Rakeln erneut zu fluten. So bleibt immer eine Farbschicht im Sieb stehen und verhindert ein unnötiges Antrocknen der Farbe. Beim Nachfluten wird das Sieb selbstverständlich auch angehoben, um die Farbe nicht ungewollt auf das Textil zu übertragen. Ist das Nachfluten erfolgt, wird die Rakel sicher abgestellt und der Rahmen kann gelüftet werden.

An diesem Punkt kann man den fertigen Druck in Augenschein nehmen und die Druckqualität prüfen. Ist man mit dem Ergebnis zufrieden, wird das T-Shirt vorsichtig abgezogen und zum Trocknen abgelegt. Direkt im Anschluss kann das nächste T-Shirt aufgezogen, ausgerichtet und bedruckt werden. Wird mit wasserbasierter Farbe gearbeitet, empfehlen wir, möglichst zügig zu arbeiten und nicht unnötig viel Zeit zwischen den einzelnen Druckvorgängen verstreichen zu lassen.

Fertig gedrucktes Motiv auf T-Shirt
Fertig gedrucktes Motiv auf T-Shirt

Wird die Farbe im Sieb nach einigen Drucken spürbar weniger, legt man mit einem geeigneten Farbspachtel nach. Der Hauptbestandteil wasserbasierter Farbe ist Wasser, dieses neigt zum Verdunsten, selbst bei Raumtemperatur. Spürt man während des Druckprozesses, dass sich die Konsis-tenz der Farbe verändert, kann man entgegenwirken und die Farbe re-hydrieren. Dazu gibt man aus 20 bis 30 cm Abstand einen hauchfeinen Wassersprühnebel auf das geflutete Sieb. Idealerweise nutzt man hierfür einen Parfümzerstäuber, da dieser einen besonders feinen Nebel erzeugt. Von Sprühflaschen, die regentropfengroß zerstäuben (z. B. Blumensprüher) raten wir dringend ab.

Bezüglich der Auswahl einer geeigneten Rakel sei an dieser Stelle noch erwähnt, dass die Rakel möglichst ein bis drei Zentimeter breiter sein sollte als das Motiv selbst. Zudem sollte gewährleistet sein, dass die verwendete Rakel links und rechts zum Rahmen hin genügend Spiel hat. Nur so ist ein zielsicheres und flüssiges Arbeiten möglich. Bezogen auf die Rakelhärte liegt man als Einsteiger bei fast allen gängigen Anwendungen und Farbsystemen mit einem 70 Shore Rakel selten falsch.

Praxistipp: Anpassen der Farbkonsistenz

Besonders unsere Deckfarben sind von Haus aus recht dickflüssig. Grund dafür ist die hohe Pigmentierung, die wiederum für sehr gute Deckung auf dunklen und mittelfarbigen Textilien sorgt. Einsteiger, die auf Grund der Konsistenz noch Schwierigkeiten haben, die Farbe mit dem Rakelblatt zu steuern, können sie verdünnen. Dazu werden maximal 5 % Wasser hinzugegeben. Aber Achtung: mit jedem Verdünnen der Farbe wird gleichzeitig auch ihre Deckkraft leicht herabgesetzt. Vor allem beim Druck auf dunkle Textilien ist das zu beachten. Wem die Farbe hingegen zu dünn ist, der kann sie mit unserem Verdickerzusatz andicken.

Textilqualität / Bezugsquellen

Wer im Siebdruck erfolgreich sein möchte, der muss sich nicht nur mit dem Druckprozess, sondern auch mit der Qualität und Beschaffenheit der Textilien befassen. Die Druckqualität kann selbst bei fachgerechtem Arbeiten am Ende immer nur so gut sein, wie es das zu bedruckende Textil erlaubt. Wer auf ein Billig-T-Shirt mit einem Einkaufspreis von knapp einem Euro druckt, wird immer Abstriche bei der Oberflächenbeschaffenheit des Drucks machen müssen. Kostengünstige T-Shirts mit Openend-Garn haben im Regelfall eine fusseligere Oberflächenstruktur. Hochwertige, ringgesponnene T-Shirts aus gekämmter Baumwolle hingegen lassen sich auf Grund der ebenmäßigen Oberfläche wie eine Leinwand bedrucken. Wer ein seriöses Geschäft aufbauen möchte, dem sei geraten, zunächst Rohlinge von unterschiedlichen Herstellern zu kaufen und diese direkt zu vergleichen. Einen ausführlichen Leitfaden zur Auswahl von T-Shirt-Rohlingen haben wir in diesem Video zusammengestellt.

Wer im deutschsprachigen Raum zuverlässige Lieferanten für T-Shirt-Rohlinge, Hoodies, Polos, Beutel, Gym Bags oder Schürzen sucht, wird an den bekannten Branchenriesen Falk&Ross und L-SHOP-TEAM nicht vorbeikommen. Beide Firmen bieten eine beinah unerschöpfliche Auswahl und attraktive Staffelpreise. Wir weisen darauf hin, dass diese Anbieter ausschließlich an gewerbetreibende Kunden verkaufen. Wer nicht gewerblich arbeitet, aber dennoch eine große Auswahl und vernünftige Preise erwartet, wird bei Anbietern wie TicTex oder Textilwaren24.eu fündig.

Praxistipp: Siebdruck auf dunkle Textilien

Soll auf dunklen bis schwarzen Textilien gedruckt werden, muss das Motiv nach dem ersten Druck zwischengetrocknet werden. Dann wird eine zweite Farbschicht darüber gedruckt. Eine detaillierte Videoanleitung zum Thema haben wir in diesem Praxisvideo verlinkt.

Λ