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Foto-Halbtonraster
Siebdrucktransfer / Transferdruck

3. Beschichtung / Trocknung der Fotoemulsion

Dieser Abschnitt sollte besonders aufmerksam gelesen werden, da die Qualität der Siebschablone den größten Einfluss auf das spätere Druckergebnis hat. Für alle, die besonders schnell lernen wollen, wie richtig beschichtet wird, haben wir bei den Siebdruck Videos auch eine Unterseite zum Thema "Fotoemulsion verarbeiten"

Zunächst wird eine passende Emulsionsrinne bzw. Beschichtungsrinne gewählt. Diese sollte breiter sein, als das gewünschte Motiv. Sie sollte aber auch bequem in den Siebdruckrahmen passen. Bei einem A3+ Standardrahmen mit der Größe 61x51cm empfiehlt sich z.B. eine 40cm Rinne. Bei Rahmen der Größe 51x46cm ist eine 35cm Rinne ideal. Ambitionierten Siebdruckern empfehlen wir unsere doppelseitigen Rinnen. DIY-Drucker werden aber auch mit unserem einfach Budget-Modell glücklich.

Beschichtungsrinne mit Fotoemulsion befüllen

Ist die passende Rinne gefunden, wird diese etwa halbvoll mit Fotoemulsion gefüllt. Die Emulsionsdose sollte danach gleich wieder geschlossen werden. So wird ein unnötiges Eintrocknen der Emulsion verhindert.

Druckseite des Siebdruckrahmens mit Fotoemulsion beschichten

Die etwa halb volle Rinne wird nun zuerst auf der Außenseite (Druckseite) des Rahmen angesetzt und leicht angekippt. Die Emulsionsmasse in der Rinne muss nun bis nach vorne zur Kante laufen. Wenn die Masse auf ganzer länge am Rand der Rinne angekommen ist und das Gewebe berührt, wird die Beschichtungsrinne in einer flüssigen Bewegung bei erhöhtem Anpressdruck hochgezogen. Oben angekommen, wird die Rinne wieder leicht abgekippt und abgesetzt. Bitte darauf achten, dass tatsächlich mit dem notwendigen Anpressdruck beschichtet wird. Zu zaghaftes Beschichten kann dazu führen, dass die Emulsion viel zu dick oder sehr ungleichmäßig aufgetragen wird. Dies könnte zur Folge haben, dass die überschüssige Emulsion später tropfenweise vom Sieb kleckert und Nasen bildet.

Die Rahmeninnenseite beschichten

Nun geht es an die Beschichtung der Rahmeninnenseite (Rakelseite). Hier wird auch wieder unten angesetzt und dann in einer flüssigen aber festen Bewegung hochgezogen. Auf der Innenseite sollte die Beschichtung allerdings nur einmal erfolgen. Ziel dieser letzten Beschichtung ist es, die Emulsionsschicht durch die Maschen des Gewebes auf die andere Seite des Rahmens zu pressen.

Beschichtungsrinne reinigen

Nachdem die Beschichtung gleichmäßig und flächig erfolgt ist, wird die Emulsion aus der Rinne wieder zurück in die Dose gegeben. Dazu wird am besten ein Stück Pappe oder ein Farbentferner verwendet. Die Rinne sollte anschließend gleich mit Wasser gereinigt werden. Besonders die Beschichtungskante der Rinne muss wieder ordentlich sauber werden. So ist die Rinne gleich für die nächste Beschichtung einsatzbereit.

Trocknung des beschichteten Siebdruckrahmens

Wenn die Rinne sauber ist, dann geht es an die Trocknung des Siebdruckrahmens. Ab diesem Punkt kommt das Gelblicht ins Spiel. Warum? Weil Fotoemulsion sehr UV-Lichtempfindlich ist. Die gelbe Färbung der Lampe filtert das UV-Licht heraus. Eine Gelblichtlampe kann die Emulsionsschicht somit nicht vorzeitig belichten. Tageslicht und normales Kunstlicht haben einen UV-Lichtanteil und sind bei der Trocknung also Tabu. Wer einen dunklen Raum wie einen Keller oder eine Garage zur Verfügung hat, ist also klar im Vorteil. Ansonsten kann zunächst auch ein Badezimmer abgedunkelt werden.

Hinweise zur richtigen Trocknung

Bei der Trocknung der Rahmen bitte unbedingt beachten, dass sie immer liegend und mit der Druckseite nach unten getrocknet werden. So kann die Emulsionsschicht zur Druckseite hin einsacken. Bei Zimmertemperatur und ohne weitere Wärmezufuhr muss die Trocknung für mindestens 5 bis 6 Stunden erfolgen. Gern kann auch über Nacht in absoluter Dunkelheit getrocknet werden.

Im DIY-Siebdruck hat es sich aber durchgesetzt, kleine Heizlüfter bzw. Ventilator zu verwenden. Zum einen kann die Trocknungszeit so auf weit weniger als eine Stunde reduziert werden und zum anderen kann man sicher gehen, dass die Emulsionsschicht tatsächlich komplett durchgetrocknet wird. Aber bitte beachten, dass die Trocknung höchstens bei 40°C erfolgt. Höhere Temperaturen verträgt die Emulsion nicht.

Die Trocknung in nicht belüfteteten Schränken, Kisten oder Kartons ist leider nicht die beste Lösung. Wissen muss man hier, dass die Feuchtigkeit aus diesen geschlossenen Räumen nicht richtig entweichen kann. Die Emulsion trocknet zwar oberflächlich an, die notwendige, tiefe Durchtrocknung kann aber so nicht stattfinden. Daher sollte man die Rahmen bei dieser Trocknungsvariante vor der Belichtung noch einmal mit einem Fön / Heizlüfter vortrockenen. So lässt man die Restfeuchtigkeit mit Warmluft aus der Emulsionsschicht verdunsten. Von der Trocknung der Rahmen in Räumlichkeiten mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit, raten wir ab.

Ob die Fotoemulsionsschicht tatsächlich gut durchgetrocknet ist, dafür entwickelt man mit der Zeit ein Gefühl. Zum Test kann man die Emulsion mit einem Finger berühren und prüfen, ob sie sich noch klebrig anfühlt oder schon plastikartig, hart und trocken.

Praxis-Tipp

Es besteht die Möglichkeit, auf Vorrat zu Beschichten. So spart man sich später die Trocknungszeit, wenn schnell belichtet und gedruckt werden soll. Dazu wird, wie oben beschrieben, beschichtet und getrocknet. Dann werden die „scharf geschalteten“, unbelichteten und durchgetrockneten Rahmen in schwarzen, lichtundurchlässigen Müllsäcke gelagert. Wer einen völlig von Licht abgeschirmten Raum/Schrank hat, der kann auch diesen nutzen. Bei üblicher Raumtemperatur sind die Rahmen mindestens drei Wochen haltbar und können nach Bedarf entnommen und belichtet werden. Vor der Belichtung der Lagerrahmen bitte nochmal mit einem Fön / Heizlüfter die Restfeuchtigkeit aus der Emulsionsschicht verdunsten lassen, um bei der Belichtung keine Probleme zu bekommen.

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